Elektrosmog
Hausbesitzer schirmt seine Mieter gegen Strahlen ab
Geschrieben von: stopmc Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 20:39 Uhr
nordbayern.de | 07.01.2012
...ERLANGEN - Um seine Mieter vor hochfrequenten elektromagnetischen Feldern zu schützen, hat ein Hauseigentümer bei einem Umbau sein Gebäude in der Erlanger Innenstadt auch mit einer Abschirmung gegen Mobilfunkstrahlen ausgerüstet. Kostenpunkt: zusätzlich 15000 bis 20000 Euro zur Gesamtsumme von über einer halben Million.
Frank Herdegen beherzigt die alte Weisheit „Vorbeugen ist besser als Heilen“. Der 54-jährige Hausbesitzer ist sich sicher, dass die Investitionskosten für die Schutzmaßnahmen gut angelegt sind.
Der ökologisch engagierte Vermieter, der im Brotberuf kommunaler Musiklehrer ist, hat sich zu den vorbeugenden Schutzmaßnahmen für sein Mehrfamilienhaus entschlossen, weil er aus eigener Erfahrung bei Langzeiteinwirkung von Strahlen — weit unterhalb der in Deutschland geltenden Grenzwerte — ein Risiko für die Gesundheit sieht und die Strahlenbelastung in den Innenstädten ständig steige.
Grundlage der Sanierung, die faktisch einem Neubau gleichkommt, ist ein detaillierter Messbericht der Umweltanalytik Dr. Dietrich Moldan in Iphofen vom Februar vergangenen Jahres. Herdegen orientiert sich zudem an den Vorsorgewerten, wie sie in einer Salzburger Empfehlung von 2002 und vom Bürgerforum Elektrosmog in Deutschland mit einem Mikrowatt pro Quadratmeter maximaler Belastung für Innenräume gefordert wurden...
...auch bekannte Industriefirmen wie BMW haben bereits vor Jahren — ohne Werbung dafür zu machen — Vorsorgegrenzwerte für ihre Innenräume eingeführt und umgesetzt, um ihre Mitarbeiter vor übermäßiger Mobilfunkstrahlung zu schützen...
...Die gesundheitlichen Auswirkungen der Mobilfunkstrahlen auf den Menschen werden in der Wissenschaft nach wie vor kontrovers diskutiert, das weiß Herdegen durchaus. Allerdings kann er auf eine Resolution des Umweltausschusses des Europarats vom 6. Mai vergangenen Jahres verweisen; darin werden schädliche biologische Wirkungen auf den Menschen im nichtthermischen Bereich durch hochfrequente Strahlung, wie sie bei Mobilfunk, Telekommunikation und Radar verwendet wird, nicht mehr ausgeschlossen — und der Ausschuss fordert ein Umdenken in der Mobilfunkpolitik.
Auch die Krebsforschungsagentur International Agency for Research of Cancer der Weltgesundheitsorganisation hat im Mai 2011 Mobilfunkstrahlung als möglicherweise krebserregend eingestuft. Der Verdacht auf ein dreifach höheres Krebsrisiko in der Nähe von Sendemasten wurde schon durch die deutsche Nailastudie 2004 erhärtet und eine dreifach erhöhte Krebssterblichkeit in der Nähe von Sendemasten 2011 durch eine Großstudie der Universität von Belo Horizonte und des brasilianischen Gesundheitsdienstes nachgewiesen, zählt Herdegen auf.
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